Fortschritt

Neue Horizonte eröffnen – Zusammen sind wir stärker

Es erfordert Kraft, brillante wissenschaftliche Ideen in neue Medikamente für Menschen mit medizinischem Bedarf zu übertragen – und zunehmend auch ein starkes internationales Netzwerk von Partnern. Deshalb sucht Boehringer Ingelheim kontinuierlich nach starken Partnern in aller Welt, um neue Wege bei der Suche nach innovativen Medikamenten zu beschreiten.

INNOVATIVE PARTNERSCHAFTEN IN BOSTON

Im US-amerikanischen Boston unterhält Boehringer Ingelheim ein Büro, um sein Netzwerk mit Wissenschaftlern und Organisationen zu erweitern. Beispielsweise arbeitet Boehringer Ingelheim mit Wissenschaftlern des Fibrose-Netzwerks am Stammzellinstitut der Universität Harvard zusammen, um neue Möglichkeiten zur Behandlung fibrotischer Erkrankungen zu untersuchen.

Die Fibrose ist eine krankhafte Vermehrung von faserigem Bindegewebe in Organen. Gemeinsam forschen die Wissenschaftler von Boehringer Ingelheim und Harvard unter anderem zur idiopathischen Lungenfibrose, dem chronischen Nierenversagen sowie der nichtalkoholischen Steatohepatitis. Sie suchen nach pathophysiologischen Mechanismen, die einer Fibrose zugrunde liegen und sich als wegweisend bei der Therapie fibrotischer Erkrankungen erweisen könnten. Die Vorteile der Zusammenarbeit: Die Forscher können bei ihrer Arbeit viel stärker in die Tiefe gehen als zuvor und sind in der Lage, Synergien zu nutzen und ihre Ressourcen effizient zu teilen.

GRENZEN ÜBERSCHREITEN

Boehringer Ingelheim hat 2015 eine neue Strategie für seine globale Forschungsorganisation entwickelt. Sie verbindet die Stärken des Unternehmens mit der Nutzung interner Synergien und dem eindeutigen Bekenntnis zu externer Innovation. Die Initiative „Research Beyond Borders“ ist ein Weg, um neue wissenschaftliche Ansätze und innovative Technologien zu erforschen – sowohl innerhalb der Kerntherapiegebiete des Unternehmens als auch darüber hinaus in Bereichen, die künftig eine entscheidende Rolle für Boehringer Ingelheim spielen könnten.

Auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften gewinnt die Forschung in Asien immer weiter an Bedeutung. In vielen Forschungsfeldern eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit bei der Suche nach Wirkstoffen, beispielsweise in der regenerativen Medizin. So besteht eine auf drei Jahre angelegte Kooperation mit der Universität Kyoto in Japan: Zusammen arbeiten Wissenschaftler von Boehringer Ingelheim und Forscher der Universität an neuen Therapieansätzen zur Wiederherstellung des Gehörs. Mehr als 360 Millionen Menschen leiden an Schwerhörigkeit, darunter 32 Millionen Kinder. Aufgrund der demografischen Entwicklung werden Hörschäden in den kommenden Jahren vermehrt auftreten, da Hörverlust mit dem Alter zunimmt. Dennoch gibt es bislang keine wirkungsvollen Therapien, die auf die Wiederherstellung des Gehörs abzielen. Stattdessen nutzen die meisten Betroffenen Hörgeräte.

Haarzellen im Innenohr.

 

Das Forschungsteam möchte nun gemeinsam die Mechanismen der Regeneration geschädigter Haarzellen im Innenohr verstehen. Diese Sensoren sind bei Schwerhörigen defekt. Neue Therapieansätze sollen sie wiederherstellen und besser helfen als Hörgeräte. Boehringer Ingelheim baut seine Präsenz in Japan weiter aus und hat im September 2016 ein Büro am medizinischen Innovationszentrum der Universität Kyoto eröffnet. Das Ziel sind weitere Kooperationen mit Wissenschaftlern in Japan.

Um die Forschung auf dem Gebiet des Hörverlustes auszuweiten, arbeitet das „Research Beyond Borders“-Team seit Kurzem auch mit der China Southeast University in Nanjing zusammen. Die Kooperation konzentriert sich auf komplementäre Ansätze zur Wiederherstellung der Hörfähigkeit.

GEMEINSAM KREBS BEKÄMPFEN

Neue Therapien entwickeln, um das Leben der Patienten zu verbessern: Das ist das erklärte Ziel der Krebsforschung von Boehringer Ingelheim. Dafür geht das Unternehmen inzwischen verstärkt Kooperationen mit akademischen Einrichtungen und Biotech-Unternehmen ein. Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf frühe, neuartige wissenschaftliche Ansätze und Technologien und zielt auf echte Therapiedurchbrüche ab. Dabei haben die Forscher nicht nur die Bedürfnisse der Patienten und Angehörigen im Blick, sondern auch die Vorgaben der Gesundheitssysteme.

Onkolytische Viren gehören zu den vielversprechendsten Therapieansätzen in der Krebsforschung.

 

Ein Beispiel ist die strategische Partnerschaft mit ViraTherapeutics, einem biopharmazeutischen Unternehmen mit Sitz im österreichischen Innsbruck, das virenbasierte Immuntherapeutika zur Behandlung von Krebs untersucht. Im April 2015 stieg der Boehringer Ingelheim Venture Fund als größter Investor ein, da onkolytische Viren zu den vielversprechendsten neuen Therapieansätzen in der Krebsforschung gehören. Seit September 2016 forscht ViraTherapeutics nun mit Boehringer Ingelheim an krebszerstörenden onkolytischen Viren.

Onkolytische Viren infizieren und zerstören Krebszellen. Dieser Vorgang setzt darüber hinaus Tumorantigene frei, die sich normalerweise vor dem Immunsystem in den Körperzellen verstecken. Diese sogenannte In-situ-Impfung kann eine dauerhafte Antwort des adaptiven Immunsystems gegen die Tumorzellen auslösen.