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Luca Richeldi

Der italienische Arzt diagnostiziert seit Jahrzehnten seltene Lungenkrankheiten. Er ist ein Experte auf seinem Gebiet. Mit der Hilfe neuer digitaler Tools möchte er noch besser und schneller werden.

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Upgrade für
einen Klassiker

Seit über 200 Jahren ist das Stethoskop einer der wichtigsten Helfer für den Arzt. Doch um seltene Lungenkrankheiten zu diagnostizieren, taugt es nur bedingt. Ein Algorithmus soll dringende Hilfe bieten.

Luca Richeldi ist ein bescheidener Mann. Er spricht leise und überlegt; er neigt zur Zurückhaltung – im Ton wie in der Sache. Er würde nie behaupten, eine Koryphäe auf seinem Gebiet – der Diagnose und Behandlung von seltenen Lungenkrankheiten – zu sein. Doch genau das ist er. Einst gründete der Italiener den Lehrstuhl für seltene Lungenkrankheiten an der Universität von Modena. Heute praktiziert er an der Universitätsklinik in Rom als Professor und Direktor für Lungen- und Atemwegserkrankungen – und zählt keinen geringeren als den Papst zu seinen Patienten.

Sein Standard-Arbeitsgerät: das Stethoskop. Damit hört Richeldi seine Patienten ab, um so die Ursachen ihrer Beschwerden zu bestimmen. Doch selbst der erfahrenste Spezialist kommt schnell an seine Grenzen. „Seltene Lungenkrankheiten wie zum Beispiel die idiopathische Lungenfibrose (IPF) lassen sich nur äußerst kompliziert diagnostizieren“, weiß der Italiener. „Mit dem Stethoskop hören Sie, dass etwas mit der Lunge nicht stimmt“, sagt Richeldi. „Aber insbesondere unerfahrene Ärzte schließen dann nicht unbedingt auf IPF, sondern vermuten Herzprobleme, Asthma oder andere Lungenerkrankungen als Ursache für die sehr spezifischen Klangbilder.“ 17 Monate nach dem Auftreten erster Symptome dauert es durchschnittlich, bis IPF diagnostiziert wird. Eine Ewigkeit für Patienten. Und verlorene Zeit, denn die schwerwiegende Krankheit verläuft oft tödlich. Je früher erkannt, desto besser sind die Behandlungsergebnisse.

„Wir sind überzeugt, dass die Auskultationshilfe Fehldiagnosen verringern und seltene Lungenkrankheiten wie IPF viel schneller erkennen kann.“

Allan Hillgrove,
Mitglied der Unternehmensleitung mit Verantwortung für Humanpharma

So funktioniert die Auskultationshilfe

Ein digitales Stethoskop – oder ein Standard-Stethoskop mit einem einfach anzubringenden digitalen Mikrofon – spielt die Geräusche der Lunge des Patienten via Bluetooth in eine App auf einem Handy.

Die App analysiert die Geräusche, vergleicht sie mit Referenzdaten – und ermöglicht das Erkennen auffälliger Klangbilder.

Um die frühzeitige Diagnose von IPF zu unterstützen, entwickelt Boehringer Ingelheim eine auf künstliche Intelligenz basierende „Auskultationshilfe“. Und die funktioniert so: Das Stethoskop besitzt eine digitale Schnittstelle und wird per Mobiltelefon an eine cloudbasierte Sound-Datenbank gekoppelt. Die Geräusche der Lunge des Patienten werden dann per künstlicher Intelligenz mit Referenzdaten aus der Datenbank verglichen. Gefüttert ist diese Datenbank mit Lungentönen von Patienten aus umfangreichen klinischen Studien, bei denen Lungenkrankheiten diagnostiziert und bestätigt wurden. Die Auskultationshilfe sendet daraufhin dem Arzt umgehend ein Ergebnis zu, und zwar einen „Wahrscheinlichkeitswert“ für das Vorliegen einer bestimmten Lungenkrankheit. Liegt diese Zahl über einem bestimmten Grenzwert, macht das Tool dem untersuchenden Arzt Vorschläge für weitere diagnostische Schritte und Untersuchungen.

„Wir sind überzeugt, dass die Auskultationshilfe Fehldiagnosen verringern und seltene Lungenkrankheiten wie IPF viel schneller erkennen kann“, sagt Allan Hillgrove, Mitglied der Unternehmensleitung mit der Verantwortung für Humanpharma bei Boehringer Ingelheim. Die Abhörhilfe decke einen bisher unerforschten Bereich ab und schaffe so echten Mehrwert für den Patienten.