Created with Sketch.

Im Alter von 73 Jahren erlitt Wolf-Henning Knoblauch aus Walldorf einen Schlaganfall. Ein Computeralgorithmus half dabei, schnell die richtige Diagnose zu stellen und so Folgeschäden zu vermeiden.

Created with Sketch.

Eine Frage der Zeit

Wolf-Henning Knoblauch hatte Glück im Unglück – sein Schlaganfall wurde schnell genug erkannt, analysiert und ohne Verzögerung erfolgreich behandelt. So erhielt er die Chance, sich in ein gesundes und aktives Leben zurückzukämpfen. Boehringer Ingelheim engagiert sich gemeinsam mit der European Stroke Organisation dafür, dass eine solche optimale Behandlung in Zukunft möglichst vielen Patienten zuteil wird. Die selbstlernende Software des Medizintechnik-Startups und Boehringer Ingelheim-Partners Brainomix hilft Ärzten, Art und Ausmaß einer Hirnschädigung rasch zu beurteilen und die passende Therapie zu wählen.

Schneller und besser behandeln – das ist der Schlüssel zur Bekämpfung einer der tödlichsten Krankheiten in Europa: dem Schlaganfall. Die Durchblutungsstörung im Gehirn ist die zweithäufigste Todesursache und der häufigste Grund für bleibende Invalidität bei Erwachsenen. Dabei lässt sich das Risiko massiv senken, wenn Schlaganfallpatienten nur schnell genug behandelt werden.

Wenn die Blutversorgung zum Gehirn unterbrochen ist, sterben rund 1,9 Millionen Nervenzellen ab – pro Minute. Mithilfe von Medikamenten und speziellen Behandlungsmethoden lässt sich dieser zerstörerische Prozess stoppen. Speziell geschulte Mediziner in Schlaganfallzentren führen daher möglichst rasch einen sogenannten CT-Scan des Gehirns durch. Das Ziel: Auf Basis von Informationen aus der Schichtaufnahme des Gehirns soll spätestens vier Stunden nach dem Schlaganfall die passende Behandlung beginnen.

Das Problem: Spezialisierte Schlaganfallzentren und erfahrene Neurologen zur Auswertung der Gehirnscans sind selten. Mediziner brauchen oft zu viel Zeit für ihre Entscheidung, weil sie etwa noch die zweite Meinung eines erfahreneren Kollegen einholen müssen.

Das medizinische Softwareunternehmen Brainomix will daher jedem Mediziner einen digitalen Schlaganfallexperten zur Seite stellen. Eine selbstlernende Software, also eine künstliche Intelligenz, übernimmt dabei die Auswertung der CT-Scans.

E-Aspects in der Schlaganfallbehandlung

Der digitale Assistent schickt Ärzten innerhalb weniger Minuten nach Beendigung des CT-Scans seine Diagnose direkt auf das Smartphone: Ein sogenannter e-ASPECTS-Score gibt den Schweregrad des Schlaganfalls an, farbliche Markierungen auf den mitgesendeten Bildern lokalisieren den betroffenen Teil des Gehirns. „Der große Vorteil unserer Software ist, dass sie nicht nur auf Erfahrungswerte und medizinische Erkenntnisse aus der Vergangenheit zurückgreift, sondern mit jedem weiteren Schlaganfallpatienten dazulernt“, erklärt Michael Papadakis, CEO von Brainomix. „Je mehr Ärzte und Krankenhäuser unsere Software anwenden, desto besser werden also die Auswertungen.“ Neue Erkenntnisse über Behandlungsmethoden und deren Ergebnisse kommen so sehr schnell neuen Patienten zugute.

Der Algorithmus von Brainomix kommt bereits in Kliniken und Schlaganfallzentren in vielen europäischen Ländern zum Einsatz. „Innovative Startups wie Brainomix, die intelligente, digitale Werkzeuge für Mediziner und Patienten entwickeln, sind für Boehringer Ingelheim wichtige und spannende Partner“, sagt Dr. Frank Kalkbrenner, Geschäftsführer des Boehringer Ingelheim Venture Fund. Der Risikokapitalfonds hat Anfang 2018 in das britische Startup investiert. Kalkbrenner ergänzt: „Digitale Tools unterstützen uns dabei, ganzheitliche, integrierte Krankheitsmanagement-Programme aufzubauen – und Patienten so die bestmögliche Versorgung zu bieten.“

Wolf-Henning Knoblauch lebt heute ein aktives Leben – er trifft Freunde, fährt Auto und besucht seine Kinder und Enkel gemeinsam mit seiner Frau.