DIE PERSPEKTIVE DER GESELLSCHAFTER

das Jahr 2020 wird in die Geschichtsbücher eingehen als das Jahr der COVID-19-Pandemie, die in ihrem ersten Jahr mehr als zwei Millionen Menschen das Leben gekostet, Existenzen vernichtet und unsere Gesellschaft auf eine harte Belastungsprobe gestellt hat. Angesichts dieser globalen Herausforderung hat die Pharmaindustrie ihre Forschung im Bereich COVID-19 mit nie dagewesener Dynamik ausgeweitet. Denn trotz umfassender und vielfältiger Maßnahmen zum Schutz von Leib und Leben sind es doch die Mittel der Pharmazie, mit denen die Pandemie bekämpft und beendet werden kann.

Bis vor kurzem hätte man von der Virusidentifizierung bis zur Zulassung eines Impfstoffes mehr als zehn Jahre benötigt. Dass es innerhalb nur weniger Monate gelungen ist, Impfstoffe und Therapeutika bis zur Marktreife zu entwickeln, ist besonders der engen Zusammenarbeit der Pharmaunternehmen miteinander sowie mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie Behörden zu verdanken. Die Gestaltung von Rahmenbedingungen, die solche Innovationen möglich machen, obliegt der Politik, und die Bedeutung eines innovationsfreundlichen Umfeldes für die gesamte Gesellschaft zeigte sich noch nie so deutlich wie im Kontext dieser Pandemie.

Mit unserer Unternehmensvision „Werte schaffen durch Innovation“ bekennen wir uns zu herausragender Wissenschaft. Genauso wie beim Kampf gegen COVID-19 geht es dabei um Erkrankungen, für die es bislang noch keine zufriedenstellende Behandlungsmöglichkeit gibt. Damit dies auch in Zukunft möglich sein wird, wollen wir das bleiben, was uns ausmacht – ein eigenständiges und wirtschaftlich unabhängiges Familienunternehmen von globaler Bedeutung.

Große Wertschätzung möchten wir gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Ausdruck bringen. In einem oft schwierigen persönlichen und beruflichen Umfeld haben sie mit außerordentlichem Einsatz und großem Zusammenhalt einander geschützt und unterstützt, um die Versorgung von Menschen und Tieren mit den Medikamenten, auf die sie so dringend angewiesen sind, weltweit aufrechtzuerhalten. Auch in den Lockdown-Phasen haben unsere Mitarbeitenden die Forschung und Entwicklung neuer Therapien nicht zuletzt für den Einsatz gegen COVID-19 intensiv vorangetrieben. All ihnen gilt unser besonderer Dank für dieses außergewöhnliche Engagement.

 

gez.
CHRISTIAN BOEHRINGER
Vorsitzender des Gesellschafterausschusses

 

DIE UNTERNEHMENSLEITUNG

DIE UNTERNEHMENSLEITUNG

 

auch für Boehringer Ingelheim war das Jahr 2020 geprägt von der durch SARS-CoV-2 verursachten Pandemie. Als forschungsgetriebenes biopharmazeutisches Unternehmen haben wir uns von Beginn an in der Erforschung und Entwicklung von Therapeutika engagiert – auf nationaler Ebene mit dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung wie auch im globalen Verbund mit anderen Unternehmen und Institutionen wie der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung oder dem US-amerikanischen Forschungszentrum National Institute of Allergy and Infectious Diseases.

Darüber hinaus haben wir im Rahmen unseres globalen Unterstützungsprogramms gegen die Pandemie finanzielle Hilfe geleistet und Schutzmaterialien sowie Medikamente gespendet. Der Schutz unserer rund 52.000 Mitarbeitenden stand bei allen Entscheidungen stets im Vordergrund.

Die Versorgung von Patientinnen und Patienten hat für Boehringer Ingelheim höchste Priorität. Durch hohes persönliches Engagement aller Mitarbeitenden konnten wir Produktion und Logistik im Jahr 2020 trotz angespannter Lieferketten aufrechterhalten und so all die Menschen weiterversorgen, die auf benötigte Arzneimittel angewiesen sind.

Dank der herausragenden Leistung unserer IT-Abteilung waren innerhalb von weniger als einer Woche täglich bis zu 40.000 Nutzer von außerhalb des Unternehmensnetzwerks in der Lage, ihre Aufgaben von zu Hause aus wahrzunehmen. Andere Kolleginnen und Kollegen wurden weiter unmittelbar vor Ort gebraucht, zum Beispiel in den Produktionen oder den Laboren, aber auch in der Infrastruktur, in Wirtschaftsbetrieben oder der Werkssicherheit.

Die leistungsfähige Infrastruktur wie auch die Flexibilität der Belegschaft sind die Basis und die Voraussetzung für die Resilienz unserer gesamten Organisation, die im vergangenen Jahr Außergewöhnliches geleistet hat.

Als Ergebnis der Leistung aller sind wir in allen drei Geschäftsbereichen gewachsen. Wir haben im Jahr 2020 mehr denn je in die Erforschung zukünftiger Therapien investiert. Ein wichtiges Forschungsgebiet ist die Onkologie. Hier entwickeln wir sowohl Wirkstoffe, die Krebszellen direkt angreifen, als auch solche, die das menschliche Immunsystem gezielt aktivieren. Pionierarbeit leisten wir beim wissenschaftlichen Verständnis von entzündlichen und fibrotischen Erkrankungen, unter anderem von Haut, Darm- und Lungengewebe, gleichermaßen bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems oder metabolischen Erkrankungen wie der Leberkrankheit NASH (Nichtalkoholische Steatohepatitis).

Mit dem Start des AMR Action Funds treffen wir im Schulterschluss mit weiteren Unternehmen Vorsorge, damit auch zukünftig Infektionen mit multiresistenten Keimen wirksam mit neuen Antibiotika therapiert werden können. Antibiotikaresistenzen und nicht zuletzt COVID-19 zeigen uns, wie eng die Gesundheit von Mensch und Tier miteinander verbunden sind. Diese Einheitlichkeit stellen wir in das Zentrum unserer Strategie vor allem in der Tiergesundheit und setzen hier auf Synergien in der Forschung. Externe Partnerschaften ergänzen unsere Aktivitäten im Markt, beispielsweise die Kooperation mit der chinesischen New Ruipeng Group für die Gesundheitsversorgung von Haustieren.

Von unserer Forschungspipeline bis zur Patienteninformation stützt sich ein relevanter Teil unserer Unternehmensaktivitäten auf unterschiedliche Arten der Zusammenarbeit. Unsere hauseigenen Stärken ergänzen wir durch spezifische externe Kompetenzen, wie beispielsweise bei der Grundlagenforschung zum Einsatz von Quantencomputern in der pharmazeutischen Wirkstoffentwicklung, die wir seit Anfang 2021 als erstes Pharmaunternehmen in Partnerschaft mit Google Quantum AI betreiben.

Die Fortschritte, die der Unternehmensverband im vergangenen Jahr gemacht hat, sind nicht ein Ergebnis wegen, sondern vielmehr als Leistung trotz der Herausforderungen im Kontext von COVID-19 zu werten. Daher gilt unser ganz besonderer Dank allen Mitarbeitenden weltweit, die dies mit hohem persönlichen Einsatz möglich gemacht haben. Jeder und jede hat Anteil daran, dass Boehringer Ingelheim auch im Jahr 2020 einen Beitrag dazu leisten konnte, das Leben von Patientinnen und Patienten zu verbessern.

 

gez.
HUBERTUS VON BAUMBACH
CARINNE BROUILLON
MICHEL PAIRET
JEAN SCHEFTSIK DE SZOLNOK
MICHAEL SCHMELMER