DIE BASIS DER DIGITALEN TRANSFORMATION

Die Digitalisierung bietet ein enormes Potenzial für die Entwicklung innovativer Medikamente. Deshalb treibt Boehringer Ingelheim als forschungsgetriebenes Biopharmaunternehmen die digitale Transformation in allen Unternehmensbereichen voran: von seiner modernen IT-Infrastruktur bis zum neuen digitalen Labor in Shanghai, China.

Seit Anfang 2020 mussten Millionen von Menschen durch die schnelle Verbreitung von COVID-19 zum mobilen Arbeiten wechseln. Für die meisten Mitarbeitenden von Boehringer Ingelheim kam dieser Schritt Mitte März 2020: Damals beschloss die Unternehmensleitung, dass alle Mitarbeitenden, die von zu Hause aus arbeiten können, dies bis auf weiteres tun sollten. Auf diese Weise sorgte das Unternehmen dafür, dass seine Mitarbeitenden so gut wie möglich vor SARS-CoV-2 geschützt wurden. Außerdem verringerte das Unternehmen das Risiko für die eigenen Geschäftsprozesse, besonders für die Bereiche Forschung und Entwicklung, Produktion und Vertrieb.

Für ein Unternehmen dieser Größenordnung – Boehringer Ingelheim hat über 51.000 Mitarbeitende in Europa, Amerika und Asien – stellt eine solch kurzfristige und umfassende Umstellung auf mobiles Arbeiten eine große Herausforderung dar, vor allem für die IT-Infrastruktur. „Als die Entscheidung getroffen wurde, die gesamte Organisation auf mobiles Arbeiten umzustellen, wussten wir sofort, dass es eine geschäftsentscheidende Situation für das gesamte Unternehmen war, aber auch für uns in der IT“, erinnert sich Gerhard Kraus, Leiter der globalen IT-Infrastruktur bei Boehringer Ingelheim. „Aber dank unserer IT-Infrastruktur waren wir bereit. Der gesamte Prozess dauerte knapp vier Wochen: zwei Wochen für die Vorbereitung und zwei Wochen voller Anpassungen und Verbesserungen.“

Die Umstellung auf mobiles Arbeiten stellt eine große Herausforderung dar, vor allem für die IT-Infrastruktur.

Der Wechsel zum mobilen Arbeiten war vergleichsweise einfach, da das Unternehmen bereits in früheren Jahren wichtige Veränderungen an seiner IT-Infrastruktur vorgenommen hatte: Boehringer Ingelheim hatte erheblich in Hardware investiert, vor allem in Notebooks und Smartphones, die für eine mobile Arbeitsumgebung ausgelegt waren. 90 Prozent der Mitarbeitenden verfügten bereits über die entsprechende Hardware, um mobil zu arbeiten, als die COVID-19-Pandemie ausbrach. Die bereits vor Jahren begonnene, frühe Verlagerung der Kommunikation auf Skype for Business und der Verzicht auf Telefone war ein weiterer wichtiger Faktor. Die Einführung von Programmen wie Microsoft Teams, SharePoint und OneNote erwies sich ebenfalls als wichtiger Schritt beim Wechsel zur mobilen Arbeit. Alle Mitarbeitenden waren bereits mit den Programmen für digitale Zusammenarbeit vertraut. Der Ausbau des Netzwerks, der externen Zugriffsmöglichkeiten und die Aufrüstung der Firewalls waren zusätzliche Maßnahmen für einen reibungslosen Übergang zum mobilen Arbeiten. Seit dem Wechsel im März 2020 arbeiten täglich bis zu 40.000 Nutzer von außerhalb des Unternehmensnetzwerks.

„Für die Digitalisierung ist Shanghai ein Dreh- und Angelpunkt.“
Dr. Johannes Floeckner
leitet den BI X-Standort in Shanghai.

Einige von ihnen arbeiten in Shanghai, China, wo Boehringer Ingelheim im Frühjahr 2020 einen zweiten Standort seines digitalen Labors BI X eröffnet hat. Das neue Team in Shanghai arbeitet eng mit den Kollegen in Ingelheim zusammen, wo BI X 2017 gegründet wurde. Im BI X arbeiten Datenwissenschaftler, Designer und Softwareingenieure an innovativen digitalen Lösungen für die Gesundheitsbranche, darunter Apps, Tools und Anwendungen für Big Data. Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen Humanpharma, Tiergesundheit und Biopharmazeutische Auftragsproduktion hat BI X in den ersten drei Jahren bereits neun digitale Produkte entwickelt. Darunter ist zum Beispiel der smarte Assistent ADAM (Advanced Design Assistant for Molecules), der die Entdeckung innovativer Wirkstoffmoleküle beschleunigt. Ein weiteres Produkt ist die Plattform PetPro Connect (S. 31), durch die Tierärzte und Haustierbesitzer in den USA mithilfe von Video und Text sicher und benutzerfreundlich miteinander kommunizieren können.

Der nächste Schritt für BI X war nun die Eröffnung in Shanghai. „Was die digitale Transformation angeht, gibt es wohl keinen spannenderen Ort auf der Welt“, erklärt Dr. Johannes Floeckner begeistert. „Natürlich gibt es das Silicon Valley, Tel Aviv oder Tallinn, wo man digitale Trends setzt. Aber die Digitalisierung ist nirgendwo so sehr Teil des Alltags wie hier.“ Floeckner hat einen Ph.D. in Bioinformatik und leitet den neuen BI X-Standort in China. Zusammen mit rund 20 Kollegen entwickelt er dort digitale Gesundheitslösungen, insbesondere für die chinesischen Märkte.

Aktuell arbeitet das neue BI X-Team in Shanghai an seinem ersten Produkt, einer neuen App zur Unterstützung von Schlaganfallpatienten. Die App soll beim Training während der Rehabilitation helfen. „Wir befinden uns noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase, sind aber davon überzeugt, dass die App sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für Ärztinnen und Ärzte einen echten Mehrwert liefern kann“, so Floeckner. Er betrachtet die Offenheit für neue Technologielösungen in China als entscheidenden Standortvorteil: „Für die Digitalisierung ist Shanghai ein Dreh- und Angelpunkt. Deshalb sind wir hier.“

„DIE UNTERSTÜTZUNG DURCH DAS TEAM IST ENTSCHEIDEND“

Janet Maldonado ist neue Head of Engineering bei BI X. Zuvor arbeitete die Mexikanerin mehrere Jahre als Front-End-Engineer für Technologieunternehmen im Silicon Valley. In ihrer neuen Funktion führt sie Teams, die digitale Produkte zur Verbesserung der Gesundheit von Mensch und Tier entwickeln.

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