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PARTNERSCHAFT MIT GOOGLE QUANTUM AI

Quantencomputer haben das Potenzial, die Forschung und Entwicklung zu neuen Wirkstoffen erheblich zu beschleunigen und weiter zu verbessern. Seit Anfang 2021 lotet Boehringer Ingelheim im Rahmen einer Forschungspartnerschaft mit Google Quantum AI den möglichen Einsatz von Quantencomputern in der pharmazeutischen Forschung und Entwicklung aus.

Die magische Zahl lautet 200 Sekunden. Neuesten Studien zufolge kann ein Quantencomputer eine Aufgabe innerhalb dieses Zeitraums lösen, für den der derzeit schnellste Supercomputer der Welt ganze 10.000 Jahre bräuchte. Für hochgradig computerbasierte Forschungsgebiete wie die Pharmabranche könnte der Quantencomputer völlig neue Möglichkeiten eröffnen.

Zu den besonders interessanten Bereichen gehört die frühe Phase der pharmazeutischen Forschung und Entwicklung, unter anderem das Wirkstoffdesign und die computergestützte Modellierung – zwei Bereiche, in denen die Forschenden von Boehringer Ingelheim über umfassende Expertise verfügen. Quantencomputer könnten die Analyse und den Zeitraum dieser Forschungsprozesse wesentlich beeinflussen, da sie die Entdeckung von Wirkstoffen und das Wirkstoffdesign weiter verbessern, die Markteinführungszeit neuer Medikamente verkürzen und die Kosten bei Prozessen mit hohem Datenaufkommen senken können. Auf diese Weise könnte der Quantencomputer ein möglicher Quantensprung für die medizinische Forschung sein.

„Quantum Computing besitzt das Potenzial, die Forschung und Entwicklung in der Pharmazie erheblich voranzubringen. Durch diese Technologie könnten wir zukünftig noch mehr Menschen und Tiere mit innovativen Medikamenten versorgen.“
Michael Schmelmer
Mitglied der Unternehmensleitung Finanzen & Konzernfunktionen

Für Ryan Babbush, Leiter von Quantum Algorithms bei Google, kommt die Partnerschaft zwischen Boehringer Ingelheim und Google Quantum AI deshalb genau zur richtigen Zeit: „Die äußerst präzise Modellierung molekularer Systeme gilt allgemein als der natürliche Anwendungsbereich von Quantum Computing. Daher freuen wir uns bei Google darauf, mit Boehringer Ingelheim zusammenzuarbeiten und gemeinsam Anwendungsfälle und Methoden für chemische Quantensimulationen zu erforschen.“

Im Rahmen der Partnerschaft hat Boehringer Ingelheim ein eigenes Forschungslabor zum Thema Quantentechnologie errichtet, in dem Experten aus Wissenschaft, Industrie und von Herstellern von Quantencomputern arbeiten. Diese Expertengruppe wird durch zusätzliche Partnerschaften in Wissenschaft und Wirtschaft sowie durch interne Fachleute, insbesondere aus den Bereichen IT und den pharmazeutischen Forschungsteams, unterstützt.

1981

In diesem Jahr veröffentlichte der US-amerikanische Physiker und Nobelpreisträger Richard P. Feynman seine Hypothese, wonach physische Phänomene auf einem Computer simuliert werden könnten, der nach den Prinzipien der Quantenmechanik funktioniert.

So entstand die Idee eines universellen Quantencomputers, also eines Computers, der die Natur mithilfe von Quanteneffekten simuliert.