Arbeit flexibler machen

In Japan ist mobiles Arbeiten wenig verbreitet. Boehringer Ingelheim hilft, die Arbeitswelt im Land zu modernisieren. Zum Wohl des Unternehmens, und vor allem seiner Mitarbeitenden.

Japan ist eine Wirtschaftsmacht und wird oft als eines der innovativsten Länder der Welt bezeichnet. Die fortschrittliche technologische Infrastruktur und starke Elektronikindustrie beschleunigen die digitale Transformation in fast allen Lebensbereichen wie Mobilität, Schule und Arbeit. Und doch gibt es immer noch Bereiche, in denen die Vorteile des technologischen Fortschritts nicht voll genutzt werden.

Mobiles Arbeiten oder Telearbeit, wie es einige nennen, ist eines der überraschendsten Beispiele: Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten und Europa ist das Arbeiten von außerhalb des Büros für die meisten Japanerinnen und Japaner noch keine gängige Praxis. 2017 bot lediglich jedes sechste Unternehmen in Japan seinen Mitarbeitenden mobiles Arbeiten an. Die Quote steigt langsam. Die japanische Regierung fördert zwar aktiv Innovationen im Bereich der Arbeitswelt, aber für die meisten Angestellten ist mobiles Arbeiten immer noch keine Option.

Boehringer Ingelheim Japan ist einer der Pioniere in Sachen Telearbeit. Bereits im Oktober 2017 führte Boehringer Ingelheim Japan im Rahmen seiner Reform des Arbeitsstils unter dem Stichwort „Design Your Day!“ mobiles Arbeiten ein. Damit sollen die Mitarbeitenden ihren Tag selbst gestalten, um die Qualität der Zeit am Arbeitsplatz und im Leben zu erhöhen.

Mobiles Arbeiten ist ein großer Vorteil und macht das Leben viel einfacher.

Akiko Maruno

„Wir hatten das Projekt unter dem Motto ‚Maximale Freiheit zur Vereinfachung‘ ins Leben gerufen. Dabei hinterfragten wir viele Einschränkungen in Bezug auf Arbeitsort, Arbeitszeiten und -frequenz für die Mitarbeitenden im Innendienst“, sagt Thorsten Poehl, Landesleiter Boehringer Ingelheim Japan. „Der Respekt vor den vielfältigen Arbeits- und Lebensweisen der Mitarbeitenden wird auch für das Unternehmen zu einem Plus. Denn die Perspektive und die unterschiedlichen Sichtweisen jedes einzelnen Mitarbeitenden sind wichtig. In einer Zeit, in der die Zukunft weniger deutlich sichtbar ist, brauchen wir überall engagierte und fähige Mitarbeitende. Ich bin davon überzeugt, dass die Veränderung des Arbeitsstils bei Boehringer Ingelheim Japan dem Unternehmen neue Werte bieten und zum Wachstum eines nachhaltigen Geschäfts beitragen wird.“

Yasuhiro Wakui

Lebt im Großraum Tokio. Um zur Arbeit und nach Hause zu kommen, pendelt er rund vier Sunden täglich.

Akiko Maruno ist eine der Angestellten, die mobiles Arbeiten regelmäßig nutzt. Die Biologin arbeitet seit 1998 bei Boehringer Ingelheim im Bereich Regulatory Information Management. „Die Einführung des mobilen Arbeitens hatte großen Einfluss auf mein berufliches und privates Leben. Es gibt mir die Freiheit und Flexibilität von außerhalb des Büros zu arbeiten, wenn dies die beste Option für mich ist. Dies ist ein großer Vorteil und macht das Leben viel einfacher.“

Die zweifache Mutter lebt mit ihren Kindern in einem Vorort von Kobe, der siebtgrößten Stadt Japans und dem Verwaltungssitz der Präfektur Hyōgo. In Kobe leben rund 1,5 Millionen Menschen und der tägliche Berufsverkehr ist genauso intensiv und anstrengend wie in den anderen großen Städten des Landes. Der Weg zur Arbeit und zurück beträgt für Akiko Maruno fast zwei Stunden. Arbeitet sie von zu Hause aus, kann sie diese Zeit einsparen. Sie kann mit ihren Töchtern spielen und sich gesellschaftlich engagieren. Akiko Maruno ist einmal monatlich ehrenamtlich als Schülerlotsin aktiv und geleitet die Schüler sicher nach Hause. „Das dauert zwar nur eine halbe Stunde. Aber als Vollzeit-Angestellte ohne die Möglichkeit des mobilen Arbeitens wäre das sehr schwierig“, erklärt Maruno. „Ich bin wirklich stolz darauf, dass ich auf diese Weise meinen Beitrag zur Gesellschaft leisten kann.“

„MIT MOBILEM ARBEITEN VERSUCHEN WIR AUCH TALENTE ANZUZIEHEN“

Die Vorteile des mobilen Arbeitens sind für Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht von der Hand zu weisen. Mobiles Arbeiten erhöht die Produktivität der Angestellten, verbessert die Moral und steigert die Bindung ans Unternehmen. „Mit mobilem Arbeiten versuchen wir auch Talente anzuziehen. Vor allem die Nachwuchskräfte, die Familie, Kinderbetreuung und Karriere miteinander verbinden wollen“, ergänzt Kazuhito Kawahara, der das Projekt zum mobilen Arbeiten für Boehringer Ingelheim Japan nun leitet. „Als forschendes Pharmaunternehmen sind wir auf hoch qualifizierte Fachkräfte angewiesen. Mobiles Arbeiten ist eines der Angebote, mit denen wir uns von anderen Unternehmen unterscheiden können.“

Ich spare eine Menge Zeit, wenn ich von zu Hause aus arbeite.

Yasuhiro Wakui

Yasuhiro Wakui ist ein weiterer Angestellter von Boehringer Ingelheim Japan, der die Flexibilität des mobilen Arbeitens schätzt. Nach fast zwanzig Jahren im Bereich Tiergesundheit hat er sich 2017 dem Unternehmen angeschlossen. „Es ist das erste Mal, dass ich mobiles Arbeiten nutzen kann. Das hat meine Erholung von der Arbeit deutlich erhöht.“ Wakui lebt mit seiner Frau im Großraum Tokio. Er pendelt rund vier Stunden, um zur Arbeit und nach Hause zu kommen. „Ich spare eine Menge Zeit, wenn ich von zu Hause aus arbeite. Dadurch habe ich viel mehr Zeit, um mit meiner Familie zu reden, und ich bin außerdem ausgeruhter. Meine Frau und ich planen gerade unser neues Zuhause. Durch die gewonnene Zeit im Privaten habe ich viel mehr Energie.“

Auch andere Unternehmen und die Politik sind auf die Initiative für Mobiles Arbeiten bei Boehringer Ingelheim Japan aufmerksam geworden. So hat das Unternehmen im Oktober 2017 die „Auszeichnung zur Förderung des flexiblen Pendelverkehrs“ durch die Stadtverwaltung Tokio erhalten. Im November 2018 ernannte das Innen- und Kommunikationsministerium Boehringer Ingelheim zu einem der „Top 100 Pioniere im mobilen Arbeiten“.