Innovationsgeist trifft Auslandseinsatz

Das Global-Mobility-Programm schickt Mitarbeitende auf Reisen: Eine Zeit lang verlassen Forschende und Führungskräfte ihren gewohnten Einsatzort, um in anderen Teams Wissen weiterzugeben und Innovation voranzutreiben. Aus dem Auslandseinsatz bringen sie wertvolle neue Perspektiven mit.

Takuma Katayama wird in der nächsten Zeit häufiger schwäbische Spätzle anstelle der traditionellen japanischen Ramen-Nudeln auf seinem Teller finden. Eigentlich arbeitet der promovierte Chemiker in der japanischen Stadt Kobe. Er koordiniert dort Teams in der Medikamentenentwicklung. Für drei Jahre wird er nun als Projektleiter Forschungs- und Entwicklungsteams am deutschen Standort Biberach führen. Im Januar 2019 wagte Katayama den Umzug nach Deutschland – gemeinsam mit seiner kleinen Tochter und seiner Frau, die damals gerade das zweite Kind erwartete.

Es war zwar ein echtes Abenteuer für die junge Familie, ein Schritt ins Unbekannte war es für die Katayamas allerdings nicht: „Wir haben uns sehr darauf gefreut, hier Freunde und Kollegen wieder zu treffen“, sagt der Chemiker. Denn schon im Jahr 2011 war er als wissenschaftlicher Assistent für drei Jahre nach Biberach gekommen. „Beim ersten Aufenthalt ging es für mich darum, die Abläufe im Forschungsteam in Biberach besser kennenzulernen“, erinnert sich Katayama. Das Ziel des Auslandsaufenthalts: Er sollte die fachliche Zusammenarbeit der Teams noch enger gestalten.

Wir haben uns sehr darauf gefreut, hier Freunde und Kollegen wieder zu treffen.

Dr. Takuma Katayama

Nach seiner Rückkehr wurde Katayama Mitglied des globalen Forschungs- und Entwicklungsteams. „Daher war es sinnvoll, dass ich nach Biberach zurückkehre und hier Forschungs- und Entwicklungsprojekte leite. So möchte ich die Kolleginnen und Kollegen kennenlernen und die übergeordnete Struktur des Teams besser verstehen.“ Wenn Katayama im Jahr 2021 erneut nach Kobe zurückkehrt, kann er dafür sorgen, dass die deutsch-japanischen Entwicklungsteams sich noch besser vernetzen und optimal zusammenarbeiten.

Schon von seinem ersten Biberach-Aufenthalt wusste Katayama, dass er bei seinem Auslandseinsatz auf Unterstützung durch das Global-Mobility-Programm zählen konnte. Von der Zentrale in Ingelheim aus koordiniert das Global Mobility Team als Center of Excellence die Auslandseinsätze der Mitarbeitenden. Im Jahr 2019 wechselten etwa 120 Mitarbeitende im Rahmen eines „Extended Business Trips“ bis zu sechs Monate ihren Arbeitsort. Darüber hinaus wurden rund 400 Mitarbeitende für eine längere Dauer ins Ausland entsandt. „Auf sich allein gestellt ist dabei niemand“, erklärt Annette Späth, Leiterin des Center of Exellence Global Mobility. Das Unternehmen kümmert sich unter anderem um Umzug, Visa- und Steuerfragen und hilft bei der Suche einer guten Schule für die Kinder.

Aktuell befindet sich das Global-Mobility-Programm in einer Transformationsphase. „Wir wollen, dass globale Mobilität für die Mitarbeitenden immer selbstverständlicher und einfacher wird“, sagt Späth.

Dr. Ingeborg Jost

Für zwei Jahre verlässt sie ihr Zuhause in Biberach, um die Qualiätskontrolle für die neue Produktionseinheit in Spanien mit aufzubauen.

In Zukunft sollen noch passgenauere Entsendungsansätze angeboten werden, um so das Geschäft zu unterstützen, Innovationen vorantreiben und eine globale Belegschaft zu entwickeln. Dies ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung von Boehringer Ingelheim. In den letzten Jahren wurde immer deutlicher, dass sich das Familienunternehmen Boehringer Ingelheim zu einem Global Player entwickelt hat. „Das verändert auch den Arbeitsalltag. Mitarbeitende arbeiten mehr denn je mit ihren internationalen Kolleginnen und Kollegen zusammen“, erklärt Späth. Auch Dr. Ingeborg Jost macht gerade diese Erfahrung. Sie tauschte die Biberacher Fachwerkhäuser gegen die katalanische Stadt Sant Cugat im Norden Barcelonas. In Deutschland leitete sie ein Laborteam für Inhalations-Produkte am Standort Biberach. Nun verantwortet sie die Qualitätskontrolle für eine neu entstehende RESPIMAT®-Produktionslinie in Spanien. „Der Produktionsstandort in Sant Cugat hat damit begonnen, eine neue Produktionslinie auch für Inhalationsprodukte aufzubauen“, erklärt Jost. Mit ihrer Erfahrung aus der RESPIMAT® Entwicklung kann sie das spanische Team optimal dabei unterstützen, die Qualitätskontrolle der neuen Produktionseinheit aufzubauen.

Der Wechsel ist für mich fachlich wie auch kulturell sehr bereichernd.

Dr. Ingeborg Jost

Für zwei Jahre wird Jost dem Team in Spanien zur Seite stehen – daher ist auch sie mit ihrer Familie ins Land gekommen. Die beiden Töchter besuchen vor Ort eine deutsche Schule. „Der Wechsel ist für mich fachlich wie auch kulturell sehr bereichernd“, sagt Jost. So habe sie etwa schnell festgestellt, dass in den spanischen Teams Agilität besonders wichtig ist. „Da werde ich sicherlich einige Ideen und Erfahrungen mitnehmen, die auch unser Team in Deutschland weiterbringen können.“