„Wir können einen bedeutenden Unterschied machen“

Im Rahmen einer Herz-Kreislauf-Sicherheitsstudie von JARDIANCE® kam heraus: Das Typ-2-Diabetesmedikament ist nicht nur verträglich, sondern kann sich auch positiv bei Herzinsuffizienz auswirken. Für die Medizinerin Prof. Dr. Martina Brückmann geht damit aber die Arbeit erst los. Die Pionierin der klinischen Entwicklung von Herz-Kreislauf-Medikamenten leitet derzeit Studien, um mehr über die positiven Effekte von JARDIANCE® bei Patienten mit Herzschwäche herauszufinden.

Frau Brückmann, Sie waren über zehn Jahre als Kardiologin im Krankenhaus tätig. Wie hilft Ihnen diese Erfahrung bei Ihrer täglichen Arbeit bei Boehringer Ingelheim?

In meiner Zeit als praktizierende Ärztin habe ich sehr viele Patientinnen und Patienten mit Herzschwäche gesehen, unzählige persönliche Gespräche geführt. Im Krankenhaus erlebt man Patientinnen und Patienten an guten, aber vor allem auch an schlechten Tagen. Ich weiß, wie dringend sie innovative Medikamente benötigen. Diese Erfahrung kann ich bei Boehringer Ingelheim einbringen, um die Wissenschaft voranzutreiben und unsere Medikamente auf die Patienten zuzuschneiden.

Die klinische Sicherheitsstudie des Diabetesmedikaments JARDIANCE® hat einen unerwarteten Zusatznutzen für Diabetespatienten mit Herzinsuffizienz und anderen kardiovaskulären Vorerkrankungen festgestellt. Was war Ihre erste Reaktion auf dieses Ergebnis?

Wir waren überrascht, ja fast euphorisch. Diese Überprüfung hat – wie Sie sagen – das unerwartete Ergebnis erbracht, dass JARDIANCE® das Auftreten von Herzschwäche verhindern und auch bei bereits bestehenden schwachen Herzen Komplikationen vorzubeugen vermag. Die beteiligten Patienten mussten unter der Einnahme von JARDIANCE® weniger häufig wegen Herzproblemen ins Krankenhaus und selbst Todesfälle gingen im Vergleich zu Patienten, die Placebo einnahmen, zurück. Uns war sofort klar: Das ist ein Ergebnis, das wir weiterverfolgen müssen – auch bei Herzschwäche, die nicht im Zusammenhang mit Diabetes steht.

Mein Ansporn ist die Aussicht, dass es Patientinnen und Patienten mit Herzschwäche in Zukunft besser geht.

Prof. Dr. Martina Brückmann

Seither forscht Boehringer Ingelheim daran, JARDIANCE® Patientinnen und Patienten mit Herzschwäche zugänglich zu machen. Wie muss man sich das vorstellen?

Mittlerweile sind es über 10.000 Patientinnen und Patienten aus mehr als 20 Ländern, die an den Studien zur Indikationserweiterung des Medikaments teilnehmen. Die Hürde bei der Zulassung ist sehr hoch. Denn an oberster Stelle steht immer die Patientensicherheit – verbunden mit einer hohen Erwartung an die Wirksamkeit. Entsprechend groß ist das operative Team, das die Studie durchführt, koordiniert und überwacht. Schon bald rechnen wir mit ersten, hoffentlich positiven Ergebnissen.

Was hieße ein positives Ergebnis konkret?

Menschen, die unter Herzschwäche leiden, haben trotz beachtlicher medizinischer Fortschritte in den letzten Jahren weiterhin eine inakzeptabel hohe Rate an Komplikationen, wie zum Beispiel wiederholte Krankenhausaufenthalte. Zwar gibt es bereits Medikamente, viele haben jedoch Nebenwirkungen. Die Gesamtsituation der Patientinnen und Patienten ist schlicht noch nicht gut genug. Darüber hinaus liegt die Lebenserwartung bei Herzschwäche mitunter niedriger als bei einigen Krebserkrankungen: Rund die Hälfte aller Betroffenen mit Herzschwäche verstirbt innerhalb der ersten fünf Jahre nach Diagnosestellung. Die Chance, für diese Menschen mit JARDIANCE® wirklich etwas bewegen und verbessern zu können, ist sehr gut.

Ziehen Sie aus dieser Chance auch die Motivation für Ihre Arbeit?

Mein Ansporn ist die Aussicht, dass es Patientinnen und Patienten mit Herzschwäche in Zukunft besser geht und es weniger Todesfälle gibt. Das wäre fantastisch! Für einen herzinsuffizienten Menschen ist die Sterblichkeitsrate und die Häufigkeit der Komplikationen im Moment noch hoch. Unser Ziel ist es, die Lebenszeit dieser Patienten zu verlängern. Wir können hier einen bedeutenden Unterschied machen.