Die Perspektive der Gesellschafter

wir blicken zurück auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019. Auch im vergangenen Jahr hat Boehringer Ingelheim einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit von Mensch und Tier geleistet. Unsere Medikamente haben Lebensqualität verbessert und Patientinnen und Patienten zusätzliche Lebensjahre ermöglicht.

Möglich ist dies, weil wir seit vielen Jahrzehnten auf die Kraft der Innovation setzen. Wir investieren nachhaltig, kontinuierlich und in wachsendem Umfang. Unsere Innovationskraft ist die Basis unserer unternehmerischen Unabhängigkeit. Um die Patienten erreichen zu können, müssen wir uns im Markt gegen den Wettbewerb behaupten. Wir müssen unser Qualitätsversprechen erfüllen und mit dem Wert unseres Beitrages überzeugen. In den vergangenen Jahren ist uns dies gut gelungen.

2020 ist ein besonderes Jahr – für uns Gesellschafter und das Unternehmen – vor allem für die vielen Kolleginnen und Kollegen, die sich in unserer Initiative Making More Health (MMH) engagieren. MMH feiert in diesem Jahr zehnjähriges Jubiläum. Seit der Gründung leistet es einen wichtigen Beitrag dazu, die Gesundheitsversorgung der Menschen weltweit zu verbessern. Aktuell sind mehr als 100 Sozialunternehmer im MMH-Netzwerk in rund 40 Ländern aktiv. Eine beeindruckende Bilanz für eine junge Initiative mit zeitlosem Auftrag.

Unser großer Dank gilt allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die gemeinsam und mit hohem persönlichen Einsatz die Entwicklung von Boehringer Ingelheim im vergangenen Jahr ermöglicht haben. Sie haben die Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft gelegt.

 

gez.
CHRISTIAN BOEHRINGER
Vorsitzender des Gesellschafterausschusses

 

Die Unternehmensleitung

Die Unternehmensleitung

 

wie hoch der Bedarf an innovativen Medikamenten ist, erfahren wir alle tagtäglich – in unserem persönlichen Umfeld oder aus den Medien. Neue Therapien werden dringend gebraucht, sei es für Krankheiten, die weit verbreitet sind oder aber solche, die selten sind und das Leben bzw. die Gesundheit von wenigen betreffen.

Bei Boehringer Ingelheim haben wir es uns zum Ziel gesetzt, einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit von Mensch und Tier zu leisten. Diese Aufgabe ist es, die uns inspiriert und täglich leitet.

Dabei konzentrieren wir uns auf Erkrankungen, bei denen mangels therapeutischer Lösungen der medizinische Bedarf groß ist. Die Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest und des neuartigen Coronavirus (COVID-19) erinnern uns daran, dass der pharmazeutische Fortschritt weiterhin von hoher Bedeutung für unsere Gesellschaft ist. Wir nutzen wissenschaftliche Erkenntnisse, die neue Ansätze bieten und setzen auf unsere Stärken, die wir in mehr als 130 Jahren Unternehmensgeschichte entwickelt haben. Im Humanpharmabereich arbeiten wir an über 100 klinischen und vorklinischen Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit 60 neuen Wirkstoffen. Zehn Wirkstoffe wurden im vergangenen Jahr erstmals im klinischen Umfeld getestet. Mehr als 30 Prozent der Wirkstoffe in unserer Pipeline stammen aus der Zusammenarbeit mit externen Wissenschaftlern.

Die Brücke zwischen Industrie und Wissenschaft ist für uns essenziell. In der Forschung arbeiten wir an mehr als 150 Projekten mit rund 120 akademischen Institutionen auf drei Kontinenten zusammen. So fördern wir beispielsweise seit 1993 die biomedizinische Grundlagenforschung am Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien. Das IMP verfügt seit Jahrzehnten über einen ausgezeichneten Ruf.

Unsere Medikamente helfen Menschenleben zu retten. So ist beispielsweise davon auszugehen, dass JARDIANCE® das Leben der bisher seit seiner Markteinführung im Jahr 2014 behandelten Patienten mit Typ-2-Diabetes, um mehr als 1,5 Millionen Patientenjahre verlängern wird, sollten diese weiterhin behandelt werden. ACTILYSE® bleibt auch mehr als 30 Jahre nach der Marktzulassung für Millionen von Schlaganfallpatienten weltweit ein überlebensnotwendiges und unersetzliches Medikament.

Neben der Entwicklung innovativer Wirkstoffe spielt bei der Medikamentenentwicklung auch das Thema Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. So haben wir im vergangenen Jahr den wiederverwendbaren Inhalator RESPIMAT® für unsere Atemwegsprodukte SPIRIVA® und SPIOLTO® auf den Markt gebracht. Durch den wiederverwendbaren RESPIMAT® sollen 776 Tonnen Kunststoffabfälle und 14.300 Tonnen CO₂-Emissionen bis 2025 vermieden werden.

Im Bereich der Tiergesundheit waren unsere Kunden vor allem in China besonders schwer von den Konsequenzen der Afrikanischen Schweinepest getroffen. Leider ist dieser Virus sehr tückisch und die Entwicklung eines Impfstoffes herausfordernd und langwierig. Wir stellen uns dieser Herausforderung, gemeinsam mit unseren Partnern in China und Europa. Auf dem Weg zu neuen Produkten haben wir im vergangenen Jahr weltweit über 400 klinische Studien initiiert und über 200 Produktzulassungen erhalten, unter anderem für Arti-Cell® Forte in Europa, der ersten stammzellenbasierten veterinärmedizinischen Therapie zur Behandlung von Lahmheit bei Pferden.

Boehringer Ingelheim verfügt über ein starkes und gleichzeitig flexibles Produktionsnetzwerk. Darin kommt auch der Arzneimittelherstellung in Europa eine unverändert hohe Bedeutung zu. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, hat unser aktuelles Investitionsprogramm für den Ausbau europäischer Produktionsanlagen ein Volumen von mehr als eine Milliarde Euro. In Wien planen wir dieses Jahr die Einweihung einer neuen Produktionsanlage für biopharmazeutische Produkte. Diese ist die größte Einzelinvestition in Sachanlagen, die wir als Unternehmensverband je getätigt haben. Wir planen in der Anlage zum einen die Produktion des eigenen Portfolios, aber auch die Auftragsproduktion für Dritte. Ein wichtiger Meilenstein in der Biopharmazeutischen Auftragsproduktion war auch die erste Marktzulassung eines von Boehringer Ingelheim in Schanghai produzierten Biologikums für den chinesischen Markt.

Unternehmerisch war das Jahr 2019 für uns sehr erfolgreich. Wir konnten damit die Basis unserer Unabhängigkeit weiter stärken und die Voraussetzungen für unsere Investitionen in Innovation, die Erforschung und die Entwicklung dringend benötigter Medikamente, aber auch Sachanlagen schaffen.

Danken möchten wir unseren Kunden für ihr Vertrauen und unseren Partnern für ihre Unterstützung. Unser besonderer Dank gilt unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie haben die Grundlage für den Erfolg des vergangenen Jahres gelegt und gleichzeitig die Basis für die Zukunft geschaffen – nicht selten als „Pioniere“ in ihrem jeweiligen Bereich. Gemeinsam teilen wir das Ziel, einen Beitrag zur Gesundheit von Mensch und Tier zu leisten.

 

gez.
HUBERTUS VON BAUMBACH
CARINNE BROUILLON
MICHAEL PAIRET
JEAN SCHEFTSIK DE SZOLNOK
MICHAEL SCHMELMER